Meldungsübersicht POSTSPORTVEREIN WIEN

Mehr als 2,5 Millionen Euro wurden in das Areal investiert

Wien. Der POST SV blickt auf 26 Jahre unter Obmann Felix Weigel zurück, in denen rund 2,5 Millionen Euro in den Postsportplatz investiert wurden – nun übergibt der langjährige ehrenamtliche Vereinschef die Führung an eine neue Generation. Die Zukunft des Post SV am Postsportareal bleibt trotzdem ungewiss.
Vom Betriebssportverein zum offenen Mitgliederverein

Als Weigel den Postsportverein im Jahr 2000 als Obmann übernahm, befand sich der Verein in einer schwierigen und finanziell angespannten Lage. Die Trennung von Post und Telekom im Jahr 1999 markierte einen Wendepunkt: Die Republik Österreich übertrug das rund 15 Hektar große Areal an die Post, später POST AG. Die Republik hält aber nach wie vor 52 % der Post AG über die ÖBAG. Damit änderte sich auch das Interesse der Post AG als Eigentümerin und damit das Verhältnis zum Post SV grundlegend. Der gemeinnützige Verein zählt mit seinen rund 5.000 Mitgliedern (davon ca. 1.800 Kinder und Jugendliche) zu einem der größten Amateursportvereine Österreichs. „Aus einem klassischen Betriebssportverein entwickelte sich nun ein offener Mitgliederverein. Heute kommen unsere Mitglieder aus ganz Wien, insbesondere aus den westlichen Bezirken, aus über 40 Nationen und allen sozialen Schichten. Trotzdem wurde die Marke ‚POST SV‘ von uns weiter hochgehalten.“

2,5 Millionen Euro in die Sportinfrastruktur investiert
In den vergangenen 20 Jahren investierte der POST SV als Pächter rund 2,5 Millionen Euro in die Postsportanlage, exklusive laufender Personal, Betriebs- und Instandhaltungskosten, die sich auf rund 1,4 Mio. Euro pro Jahr belaufen. Dazu zählen unter anderem die Erneuerung der Kunstrasenplätze für Fußball und Hockey (1,2 Mio. Euro), die Umstellung auf LED-Beleuchtung (180.000 Euro) sowie die Sanierung von Heizungsanlagen, Wasserleitungen (212.000 Euro) als auch der Dächer der beiden Trainingshallen (35.000 Euro), die Errichtung und Modernisierung der Beachvolleyballanlage mit 4 Plätzen (60.000 Euro) u.v.m. „Wir haben den Postsportplatz, der ja auch das größte und vielfältigste Sportareal Österreichs ist, stets nach unseren Möglichkeiten erhalten und in Schuss gehalten“, so Weigel. Der Fernmeldetechniker und begeisterte Fußballer zeigt sich über die Rolle der Eigentümerin enttäuscht: „Die POST AG hat als Eigentümerin in all den Jahren nichts in unsere Sportinfrastruktur investiert.“ Auch von politischer Seite würde sich der Obmann mehr Unterstützung wünschen: „Das Sportstättenschutzgesetz schützt zwar Flächen, aber nicht die Menschen, die darauf Sport betreiben. Wer schützt gemeinnützige Sportvereine vor gewerblichen Betreibern? Ein börsennotierter Konzern profitiert – und der gemeinnützige Sport bleibt auf der Strecke. Was hier fehlt, ist ein echter Schutz für gemeinnützige Strukturen.“

Wegbereiter für sportlichen Erfolg
Die Rahmenbedingungen für den sportlichen Erfolg in vielen Sektionen wurden durch die Umsicht der Vereinsführung und das Engagement der vielen ehrenamtlichen Funktionäre sukzessive verbessert und waren der Nährboden für vielfältige Titel auf nationaler und internationaler Ebene. Einerseits holten die Volleyball-Damen serienweise Staatsmeistertitel, auch die Basketball-Damen bestimmten jahrelang die nationale Meisterschaft. Zusätzlich sorgten die Hockeymänner für mehrere Staatsmeistertitel im Hallenhockey.

Die Pläne für den PostsportplatzNunmehr steht der Verein vor einer ungewissen Zukunft, da die Österreichische Post AG als Eigentümerin den Pachtvertrag für den Postsportplatz in Wien-Hernals mit Ende 2027 nicht verlängert. Weigel sieht auch der EU-weiten Ausschreibung, die die POST AG im Juni 2026 durchführen will, mit großer Sorge entgegen: „Wir wissen nicht, ob die Rahmenbedingungen so gestaltet werden, dass ein gemeinnütziger Verein, wie der POST SV, überhaupt eine Chance auf Bewerbung hat, wo sollen wir dann mit unseren unzähligen und erfolgreichen Sporttreibenden hin?“

Generationswechsel im Verein
Nach 26 Jahren an der Spitze zieht sich der 79-jährige Felix Weigel mit seinen Vorstandskollegen Friedrich Werber und Wolfang Hanel nun aus dem Vorstand und ihren ehrenamtlichen Funktionen zurück. Sie übergeben den Ball an eine jüngere Generation. Die neue Vereinsführung soll zeitnah in einer Generalversammlung gewählt und danach der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Website
www.postsv-wien.at

Petition POST SV Wien-Postsportplatz Hernals
Initiative fordert langfristige Absicherung am größten zusammenhängenden Sportareal und startet Online-Petition

Der gemeinnützige Post SV Wien steht vor einer ungewissen Zukunft: Dem traditionsreichen Sportverein droht der Verlust seiner langjährigen Heimat am Postsportplatz in Wien-Hernals. Der Pachtvertrag für das rund 15 Hektar große Gelände – das größte zusammenhängende Sportareal Österreichs – läuft Ende 2027 aus. Bereits im Juni 2026 plant die Eigentümerin, die Österreichische Post AG, die künftige Nutzung des Areals neu auszuschreiben. Damit steht auch im Raum, dass Teile der Anlage verbaut oder an kommerzielle Betreiber vergeben werden könnten.


V.l.n.r.: Florian Heiler (Rettet den Post SV), Postsportverein-Präsident Clemens Rarrel, Eva Bauer (Rettet den Post SV), Postsportverein-Vorstand Felix Weigel – mit Kindern aus den Sportsektionen des Postsportvereins

Für rund 5.000 Sportler:innen hätte eine Verdrängung weitreichende Folgen – darunter etwa 2.000 Kinder und Jugendliche, für die der Postsportplatz Trainingsstätte, Treffpunkt und oft ein zweites Zuhause ist. Seit 1937 ist die Anlage in Wien-Hernals die Heimat des Post SV und ein Fixpunkt des Wiener Sports, an dem heute rund 15 Sportarten betrieben werden – von Fußball, Tennis und Hockey über Handball, Basketball und (Beach-)Volleyball bis hin zu Minigolf. Der Post SV selbst blickt auf mehr als 100 Jahre Vereinsgeschichte zurück. Historische Aufnahmen – wie das frühe Hockeyteam am Postsportplatz – erinnern daran, dass hier über Generationen hinweg nicht nur Tore und Titel entstanden sind, sondern ein Stück gelebtes Wiener Vereinsleben, das es wert ist, erhalten zu bleiben.


Postsportverein Historie 1919 - 1937

Chance auf eine Win-Win-Lösung für Sport und Stadt
„Hier geht es um weit mehr als um Sport“, betonen Eva Bauer und Florian Heiler von der Initiative „Rettet den Post SV“. „Der Verein steht seit Jahrzehnten für Gesundheitsförderung, Integration und gelebte Gemeinschaft. Gerade in einer wachsenden Stadt wie Wien braucht es Orte, an denen Menschen zusammenkommen, sich bewegen und Teil einer Gemeinschaft sein können.“

Das Areal fällt flächenmäßig unter das Wiener Sportstättenschutzgesetz. Aus Sicht der Initiative müsse jedoch sichergestellt werden, dass das vielfältige bestehende Sportangebot erhalten bleibt – und auch kleinere, weniger kommerzielle Sportarten weiterhin eine Heimat finden. Zudem sei das Angebot für viele Familien nur leistbar, wenn die Anlage weiterhin von einem gemeinnützigen Verein betrieben wird.



„Der Postsportplatz ist nicht nur eine Sportanlage – er ist ein sozialer Anker für tausende Menschen“, so Bauer und Heiler. „Gerade deshalb sehen wir hier auch eine Verantwortung der Eigentümerin und der Stadt Wien. Unser Ziel ist eine Lösung, die dem Post SV, dem Postsportplatz und letztlich der gesamten Stadt zugutekommt.“

Petition gestartet
Die Initiative „Rettet den Post SV“ fordert daher eine langfristige Absicherung des Vereins am Postsportplatz in Hernals und hat unter folgendem Link eine Online-Petition gestartet, die binnen kurzer Zeit nach aktuellem Stand bereits über 8.500 Unterstützer:innen mobilisieren konnte:
>> PETITION RETTET DEN POST SV <<

Website
www.postsv-wien.at
www.rettet-den-postsv.at

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